[campaigns] light speed contenders
Peter C. Krell
designs@suct.com
Thu, 07 Mar 2002 10:28:32 +0100
Also (aus Zeitgruenden auf deutsch):
Ich denke im Anschlulss an die Texanerin auch, dass die Zugangsprobleme von
Content nicht nur zeitlicher Natur sind, sondern auch ihren oertlichen
Vorgaben folgen.
Dabei wird das Privileg der Veroeffentlichungsohnmacht teilweise durch das
Internet und entsprechende Newsgroups kompensiert. Was an Content dann
veroeffentlichungswuerdig erscheint nach Ma=DFgabe der in Frage stehenden
methodischen Kanen einer mittlerweile diachronisch verstandenen
Wissenschaftkultur, redaktionellen Policies und Guidelines von Redaktionen
und Veroeffentlichungsggremien, Buerokratien der Konsensbildung, sowohl
kommerziellen Interessen einzelner Akteure als auch den Handlungsoekonomien
von Journalisten und Schreibern bei ihrer Arbeit.
Polities zur mediokren Umsetzung von Policies im Sinne einer "Mediokratie"
(vgl. Thomas Meyer) lassen darueber hinaus ihrer theoretischen
Konstruiertheit nach das zu tage treten, was wirklich in Frage steht: ein
authokrativer Schriftbegriff, an dessen globaler Vorherschaft mit Hilfe von
Copyrights - nicht immer zum Wohle der Gesellschaft - festgehalten wird.
Oder werden muss. Die Frage der freien Zugaenglichkeit von Wissen ist
gleichzeitig im Falle der freien Zirkulation von
Massenvernichtungstechnologien nicht immer besonders wuenschenswert.
Bisweilen ist nach Scharge (Serious Play) und Bolz (Jenseits der grossen
Theorien...) Management (auch) von Wissen nicht nur durch Wissen allein
sondern auch durch die Performativiaet von Wissen gekennzeichnet. Gerade in
Texas ist man wie in vielen anderen Laendern der Welt auch ganz im Sinne
Gordan Moores, dem Mitbegruender von Intel, damit beschaeftigt, innovative
Unternehmensfuehrung durch das Verzichten auf einen Grossteil der zur
Verfuegung stehenden Informationen kurz das "principle of minimum
information" zu realisieren. Dies ist problematisch aber im Sinne einer
freiheitlich begruendeten Demokratie nicht zu aendern.
Dabei tritt neben dem Modus der Wissensvermittlung immer mehr die
Effektivitaet und Performance von Wissen in den Vordergrund. Ein Magazin
will eben auch Geld verdienen. etc. etc.
Um die Anschlussfaehigkeit in diesen Fragen zu erhoehen und mehr Leute auf
dieser Liste anzusprechen, die sich bisher noch nicht zu Wort gemeldet
haben, neulich im Haus der Kulturen aber anwesend waren, und nicht zuletzt
um dazu zu ermutigen, schamlos mitzudiskutieren ueber inhaltliche
Materieklumpen, die sich einem in ihrer global gedachten Komplexitaet
vollends nie erschliessen werden...
Denn ich vermutet nach wie vor. dass die Heilung unserer kluturellen Leiden
bis zu einem gewissen Ma=DFe auchntdem Trivialen entwachsen koennen:
Indexikalischer Starpunkt fuer mich zunaechst folgende drei Punkte, die ich
gerne noch weiter auszufuehren gedenke, wenn dies auf Befeurwortung stoesst=
.
(zeitoekonomisch gedacht sinnreich).
- Rigides Copyright behindert die kulturelle Evolution.
- Im Sozialstaat hat jeder ein Recht auf Bildung. (Bildung ist ein
Allgemeingut).
- Content-Barter-Deals und universitaere Content Clubs (vgl. Bertelsmann f=FC=
r
Content-Produzenten) sind hierbei vielleicht ein Ausweg aus der Misere.
Andererseits ist das Speed Paradigma nicht immer ein entscheidendes
Kriterium im Hinblick auf die qualitive Performance von Content. Auch in
zeitlicher Hinsicht, denn guter Inhalt muss sacken. Aber wer hat noch sovie=
l
Zeit, sich diesen Fragen zu widmen, wenn nicht auch irgendwo der grosse
Dollar winkt?
Okay, bis hier erstmal.
Mit vielen freundlichen Gruessen,
Peter C. Krell