[netzmagazin] vorstellen und nachlegen

brsma brsma at gmx.net
Don Sep 18 20:34:15 CEST 2003


liebe potenzielle mitstreiter/innen,

nachfolgend als kurzvorstellung noch einmal die (leicht redigierte) antwort, die ich vor einigen tagen an armin als reaktion auf seine mail in der rohrpost geschickt hatte.

herzliche grüsse

sascha

---<schnipp>---

To: "Armin Medosch" <armin at easynet.co.uk>
From: brsma <01 at brsma.de>
Subject: Re: [rohrpost] neues magazin fuer netzkultur

lieber armin,

kurz vorab: ich habe mangels zeit die diskussion um ein potenzielles neues magazin für netzkultur leider bisher nur am rande verfolgen können. auch ich hätte aber interesse das projekt in irgendeiner form zu unterstützen, bevorzugt als gestalter (gerne auch in kooperation mit anderen). dazu muss ich sagen, dass ich mich nicht als oberflächenpolierer, aufhübscher o.ä. verstehe, sondern genauso massives interesse an struktureller und inhaltlicher arbeit habe. erfahrung mit netzprojekten gewisser komplexität ist ansonsten vorhanden (z.b. tonspion.de) und die normalen produktionsbedingungen für weitestgehend unabhängige und/oder primär nichtkommerzielle projekte sind mir (leider) mehr als nur vom hörensagen bekannt. letzteres wäre allerdings in diesem fall für mich persönlich kein problem, da ich derzeit noch studiere (kommunikationsdesign an der kunsthochschule berlin weissensee) und ggf. die möglichkeit hätte, das ganze als projekt im kommenden wintersemester anzumelden. das heisst wohlbemerkt nicht, dass die sache danach für mich abgehakt wäre, sondern würde mir einfach erlauben, während dieser zeit wesentlich mehr arbeit in das magazin investieren zu können.

>Wuerde man ein solches Medium also auf rein idealistischer Basis
>aufbauen, bestuende die Gefahr, dass es ganz gut startet, dann aber relativ
>bald einschlaeft. Ich glaube niemand braucht weitere WWW-Leichen.

ACK.

>Ausserdem ist meiner Meinung nach auch eine Redaktion gefragt. Es gibt
>zwar verschiedene kollaborative Filtermethoden, (...)

ich halte ein modell für zumindest diskussionswürdig, dass die publikation in einen klassisch redigierten und einen freieren bereich trennt, der - wie auch immer - kollaborativ gefiltert wird. so könnte man redaktionell betreute 'ausgaben' z.b. mit bestimmten schwerpunkten publizieren und gleichzeitig trotzdem interessante sachen abseits der redaktionellen kapazitäten (oder der schwerpunktthemen etc.) veröffentlichen. oder die redaktionellen ausgaben speisen sich samt und sonders aus einem kollaborativ gefiltereten pool von beiträgen. oder...

>Aus diesen Gruenden waere es aus meiner Sicht wuenschenswert, wenigstens ein Minimum an Finanzierung zu haben und selbst wenn in ...
>...snip...
>... werden einen Plan dafuer, wie sich diese Situation so weit entwickeln laesst, dass 'ertraegliche' Honorare bezahlt werden koennen.

- wie sieht es momentan mit diversen formen der zweitverwertung aus? d.h. wäre es - trotz der derzeitigen marktsituation - vielleicht möglich, die artikel für das netzkulturmagazin prinzipiell anderen medien (web & print) als zu bezahlende ressource anzubieten?

- merchandising (t-shirts & co.)?

- (banner)werbung? (nervt zwar und macht den braten nicht fett, aber ein paar euro sind da auch drin)

- printausgaben, z.b. quartalsweise oder halbjährlich, vielleicht mit bestimmten thematischen schwerpunkten und sexy aufgemacht. wobei das natürlich auch finanziell in die hose gehen kann, das möchte ich nicht bestreiten. allerdings könnte man das risiko z.b. durch subskription et al etwas verringern und hätte noch ein zweites standbein, für das man auf jeden fall geld verlangen kann.

das sind nur ein paar erste vorschläge aus dem bauch heraus, die sicherlich nochmal genauer diskutiert werden müssten. dennoch denke ich, dass es möglich sein sollte, für so ein projekt auf die eine oder andere weise ausreichend gelder zu akquirieren. vielleicht kann man auch eu-fördermittel bekommen o.ä.

gut wäre es m.e. darüber hinaus einen kulturmanager o.ä. mit im boot zu haben, der sich dann hauptverantwortlich um fragen der finanzierung und alles was damit zusammenhängt kümmert (ohne damit unbedingt zum äquivalent der anzeigenabteilung in klassischen medien werden zu müssen).

>Vielleicht sollte es ganz ohne Geld gehen.

ich befürchte, dass der finanzielle druck in der derzeitigen lage auf viele leute möglicherweise zu gross ist, um es ganz ohne geld zu machen. ich habe - auch bei mir selbst - ausserdem zu oft erlebt, dass dann z.b. häufig fristen nicht eingehalten werden können, weil noch irgendeine bezahlte arbeit zur tür herein flattert und die nächste miete bezahlt werden will etc. die selbstausbeutung im kultursektor ist 'eh schon gross genug, und für ganz ohne geld bekommt man tendenziell eher nur eine handvoll privilegierter an den start, die es sich mehr oder weniger bequem leisten können, nur zwecks lust- und statusgewinn inhalte et al zu produzieren. die meisten mir bekannten menschen können das aber z.b. nicht.

>Dennoch sollte man, neben Finanzierungsfragen, auch ueber eine
>Traegerstruktur nachdenken. Sicherlich, viele sind es muede, wieder einen
>neuen Verein zu gruenden. Aber es muss ja nicht unbedingt ein Verein
>sein. Vielleicht gibt es andere Moeglichkeiten.

wie wäre es z.b. mit einer genossenschaft o.ä. als trägergesellschaft?

>Dort traegt man sich ohnehin mit aehnlichen Absichten. Es wurden
>Andeutungen gemacht, dass es moeglich sein sollte, ein Arbeitstreffen zu
>organisieren, ca. Dezember. Ich schlage vor, dass wir diesen Faden
>aufgreifen.

das würde ich auch befürworten.

herzliche grüsse

sascha
--
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