[netzmagazin] vorstellen und nachlegen
Mario Sixtus
mario at sixtus.org
Fre Sep 19 03:58:52 CEST 2003
Lieber Armin, liebe Liste,
kurz zu mir: Ich bin freier Zeilenknecht, u.a. für die Frankfurter Rundschau, für De:Bug, für Spiegel-Online und bisweilen für Telepolis. Davor drei Jahre GF einer Internet-Klitsche, davor vier Jahre freiberuflicher Webdesigner, davor BTX und Atari und den Rest wollt Ihr garnicht wissen. Falls doch, lieber persönlich bei einem Bier ;-)
Wie bisher alle oder die meisten auf dieser Liste kann ich mich, was meine Möglichkeiten Zeit und Arbeit in das Projekt eines neuen Netzmagazins zu stecken, ebenfalls nicht allzuweit aus dem Fenster lehnen [vgl. -> wirtschaftliche Zwänge]. Aber bekanntermaßen hat man ja keine Zeit, sondern nimmt sich welche.
Für die Aufbauphase steuere ich gerne meinen Beitrag zu struktureller Konzeption/Usability/Gestaltung etc. bei. Technisch bin ich zwar nicht komplett verblödet, aber ich denke da sind andere unter uns, die das besser können.
Inhaltlich fänd ich es schön, wenn folgende mögliche Entwicklungsstränge von Anfang an vermieden würden:
- Verschwurbeltes, narzistisches Netzelitengewäsch
- Sektiererisches, selbstreferenzierendes Kulturgeschwafel
- Der "Perry-Rhodan-Effekt" (Diesen Beitrag verstehen sie nur, wenn Sie die 589 vorangegangenen Beiträge gelesen haben)
- Ausleben alt- und neulinker Beißreflexe gegen die üblichen Verdächtigen aus Politik und Wirtschaft
Mit der Weblog-Angelegenheit habe ich mich zur Genüge beschäftigt und freue mich sehr, über diese Bereicherung im Web. Trotzdem sollte ein 'Magazin' imho doch darüber hinausgehen. Weblogs sind rauh, spontan und oftmals wirr. Das macht sie so spannend und-das-ist-auch-gut-so(TM). Aber das ist halt auch gleichzeitig ihre Schwäche.
Eine Möglichkeit, die positiven Seiten der Weblogs mitzunehmen wäre sicherlich, beides anzubieten: Ausführliche, redaktionell betreute Artikel im 'Magazin-Teil' und kurze, unredigierte, spontane Beiträge im 'Blog-Teil'. Das Wirtschaftsmagazin http://www.alwayson-network.com/ arbeitet nach einem ähnlichen Prinzip (übrigens auf Basis einer 125 $ Software -> http://www.pmachine.com (ja, ich weiß, es gibt auch freie Software, nicht direkt schlagen, ok? :-)).
Tja, zur Penunze: Ohne geht nicht. Punkt. Idealist kann man sein, so lange Bafög und/oder Papis Überweisungen regelmäßig aufs Konto tröpfeln oder halt, wenn man diesen Zustand so lange herauszögern konnte, bis man endlich geerbt hat. (Ich hoffe die klare Sprache der Rheinländer ist hier erlaubt?). Ob nun Verein oder Genossenschaft: Irgendetwas in dieser Richtung muss auf jeden Fall her, sonst nehmen einen potenzielle Geldgeber überhaupt nicht erst war, geschweige denn ernst. Ich denke, wenn mann die Kulturförderungs-/Öffentliche-Knete-Schiene fahren will, geht sogar nur ein Verein. Aber da bin ich kein Experte. Fachleute vor bitte!
Bannerwerbung etc. kann man meiner Meinung nach momentan vollkommen knicken bzw. nur als Zubrot mitnehmen. Die Tarife sind einfach zu sehr im Keller.
So, das wars erstmal von mir. Der Nächste Bitte!
Mario
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