[netzmagazin] zentrales treffen @ transmediale, 1. februar

sascha brossmann brsma at gmx.net
Die Jan 20 00:35:48 CET 2004


-----BEGIN PGP SIGNED MESSAGE-----
Hash: SHA1

Am 19.01.2004 um 20:04 schrieb sab:
> eventuell sollte der begriff netz nicht zu selbstzentriert (ich meine: 
> nicht nur auf das internet) verwendet/

ACK. ich verstehe darunter eigentlich auch etwas mehr als 'nur' 
internet et al, wenngleich die implementierung einer im grunde dem 
körper/der "natur" abgeguckten netzwerkstruktur auf maschinenbasis (die 
erste neuzeitliche idee dahingehend übrigens afaik von einem 
physiologen um ca. 1800) zumindest mediengeschichtlich/-theoretisch 
schon ein paar besonderheiten hat, die ich für sich genommen schon 
ausreichend interessant finde. zumindest plädiere ich aber dafür, den 
kontext etwas weiter zu fassen.

> die wiki-plattform von sascha find ich gut (also weniger das 
> stylische, entspricht nicht meinem empfinden von praktisch und gut).

nun ja, das ist ja auch quasi noch im exil auf meiner domain (du kannst 
bei der verwendeten wiki-engine allerdings beliebige stylesheets 
benutzen - wie's aussieht, steht jedem also letzten endes frei), 
deswegen enstpricht das stylesheet auch (noch) aus meinem standard auf 
der domain. ging einfach am schnellsten (den standard des wikis fand 
ich unerträglich) muss aber nicht so bleiben.

> ein netzmagazin kann ich mir auch nur als wiki vorstellen.

ich würde lieber etwas breiter gefasst von 
"kollaborativer/partizipativer plattform" sprechen, das hilft 
vielleicht ein bisschen die fantasie anzukurbeln, man muss ja nicht 
beim status quo verharren. wikis sind zwar in vielerlei hinsicht eine 
wirklich tolle sache, und ihre einfachheit (wenn man mal von solchen 
wollmilchsäuen wie twiki absieht) macht sie auch sehr robust und 
relativ gut handhabbar. andererseits finde ich sie vom interface her 
sehr konservativ, nur bedingt mediengerecht und bin überzeugt, dass da 
einiges an potenzialen (stichworte z.b.: visualität/mapping, echtzeit, 
interaktion) verborgen ist (wenn auch um den preis höherer komplexität 
(des systems, nicht der benutzbarkeit hoffentlich!)), die einer 
plattform für netzkultur meiner meinung nach sehr gut zu gesicht stehen 
könnten. ich habe dazu auch ein paar ideen und würde diese (und 
eure!!!) auch sehr gerne auf dem treffen diskutieren. weiss leider 
nicht, ob ich es noch schaffe, die vor dem treffen ins netz zu stellen 
- - momentan noch zu viel bleistift auf papier und noch mehr 
ladungspotenziale etc. in meinem ganz privaten neuronalen netz (sic!) 
;-).

> was ich für absolut nicht realisierbar halte ist der wunsch nach einem 
> magazin, daß seine autorInnen bezahlen kann.

die problematik sehe ich derzeit in der tat auch. vielleicht tun sich 
im laufe der zeit noch finanzierungsquellen auf, ich gehe aber derzeit 
auch erst einmal von einem nullbudget aus. auch wenn wir das eigentlich 
vermeiden wollten. aber das kennt man ja schon... merdre! ;-(

daher auch eine frage an potenzielle autor/innen: wenn schon vermutlich 
erst einmal für lau publizieren, welche rahmenbedingungen müssten dann 
erfüllt sein? was könnte für euch ein honorar im weiteren sinn sein? 
auf der diskussion auf der rohrpost fiel iirc auch mal so ungefähr das 
stichwort "ungekürzte zweitverwertung" (lies "publizistische freiheit") 
oder so ähnlich...

vielleicht könnte das interessante der sache auch weniger in einer 
finanziell honorierten publikationsmöglichkeit an sich als in einem 
kollaborativen austausch auf hohem niveau liegen. vielleicht eine zu - 
äh - "akademische" idee?

also weniger eine publikation zu "informations"zwecken als ein 
öffentliches *werkzeug zum denken*? (dient ein diskurs nicht 
letztendlich dazu, *denkprozesse* in gang zu setze, zu bereichern 
etc.?)

eine art open content think tank... >;->

(ich fände es auch schön, dabei formen zuzulassen, die nicht nur 
textbasiert sind).

> sieht man das mag jedoch als ein knotenpunkt in dem 
> netz-beziehungsgeflecht der beteiligten, dann könnte 
> genreübergreifendes wissen geschaffen werden. und das wäre die ideale 
> begründung für ein mag.

ich sehe ebenfalls eine legitimation für das projekt, wenn das 
"magazin" SELBST so etwas wie "netzkultur" (wie auch immer man das 
jetzt auffasst) IST. darüber hinaus s. voriger abschnitt, bitte um 
entschuldigung, falls ich dich damit ungewollt nur parafrasiert haben 
sollte (stammt aber aus meinen notizen).

herzliche grüsse

sascha

p.s.: ich freue mich sehr, zu sehen, dass die liste hier doch noch 
nicht ganz den geist aufgegeben hat!
-----BEGIN PGP SIGNATURE-----
Version: GnuPG v1.2.4 (Darwin)

iEYEARECAAYFAkAMadQACgkQU/s4iC6lSaBvJQCgr9PtVagYznDOXmpcTq6CDu8v
Y0cAoIav6a+AuEhKK7OJuYADk/s39rzm
=b+ql
-----END PGP SIGNATURE-----