[netzmagazin] zentrales treffen @ transmediale, 1. februar

sab sab at kein.org
Die Jan 20 10:30:58 CET 2004


--On Dienstag, 20. Januar 2004 0:35 Uhr +0100 sascha brossmann 
<brsma at gmx.net> wrote:

>
>> ein netzmagazin kann ich mir auch nur als wiki vorstellen.
>
> ich würde lieber etwas breiter gefasst von "kollaborativer/partizipativer
> plattform" sprechen, das hilft vielleicht ein bisschen die fantasie
> anzukurbeln, man muss ja nicht beim status quo verharren. wikis sind zwar
> in vielerlei hinsicht eine wirklich tolle sache, und ihre einfachheit
> (wenn man mal von solchen wollmilchsäuen wie twiki absieht) macht sie
> auch sehr robust und relativ gut handhabbar. andererseits finde ich sie
> vom interface her sehr konservativ, nur bedingt mediengerecht und bin
> überzeugt, dass da einiges an potenzialen (stichworte z.b.:
> visualität/mapping, echtzeit, interaktion) verborgen ist (wenn auch um
> den preis höherer komplexität (des systems, nicht der benutzbarkeit
> hoffentlich!)), die einer plattform für netzkultur meiner meinung nach
> sehr gut zu gesicht stehen könnten. ich habe dazu auch ein paar ideen und
> würde diese (und eure!!!) auch sehr gerne auf dem treffen diskutieren.
> weiss leider nicht, ob ich es noch schaffe, die vor dem treffen ins netz
> zu stellen - - momentan noch zu viel bleistift auf papier und noch mehr
> ladungspotenziale etc. in meinem ganz privaten neuronalen netz (sic!) ;-).

mir gefällt der begriff "kollaborativ" ja gar nicht. zum einen, weil er 
militärisch geprägt ist und zum andern fehlt ihm das moment der 
solidarität. deswegen haben wir (serverfestival) uns dem begriff mutual 
bzw. mutualität genähert bzw. verwenden ihn 
(<http://www.serverfestival.net/cgi-bin/twiki/bin/view/Serverfestival/Liste
ntreffenWeimar2003Tafelbild>). da läuft übrigens ein twiki, ein wirklich 
mächtiges, umfangreiches tool.
übrigens gibt es eine tendenz weg von den "alles-in-einem-tool", den 
portalen, hin zu eine-anwendung-ein-tool.
mapping ist ja, dank zkm, ordentlich am boomen. einen gewichtigen vorläufer 
gibt es hier (bzw. ein gutes projekt): <http://real-mapping.net/>. würden 
wir den topos "mapping" für das mag verfolgen wollen, hiesse das, nach 
möglichkeiten zu suchen, die, ähnlich wie das tool "hypercard" eine 
verlinkung der div. inhalte ermöglicht (wiki ist ja ein abklatsch von 
hypercard). das mag muss also hypertextstruktur haben und als 
hypertextorganisation organisiert sein.

wenn du deine notizen spruchreif hast stell sie doch ins wiki, weil ich 
werde nicht beim treffen sein.


> daher auch eine frage an potenzielle autor/innen: wenn schon vermutlich
> erst einmal für lau publizieren, welche rahmenbedingungen müssten dann
> erfüllt sein? was könnte für euch ein honorar im weiteren sinn sein? auf
> der diskussion auf der rohrpost fiel iirc auch mal so ungefähr das
> stichwort "ungekürzte zweitverwertung" (lies "publizistische freiheit")
> oder so ähnlich...
>
> vielleicht könnte das interessante der sache auch weniger in einer
> finanziell honorierten publikationsmöglichkeit an sich als in einem
> kollaborativen austausch auf hohem niveau liegen. vielleicht eine zu - äh
> - "akademische" idee?

ich habe nicht ausversehen das beispiel "indymedia" eingebracht: da geht es 
nicht darum, vom eigenen beitrag leben zu können, sondern andere zu 
informieren. deswegen kann jeder, soweit er sich an die grundregeln hält, 
mitschreiben. dieses mutuale modell würde ich doch mehr in den mittelpunkt 
unserer überlegungen ziehen wollen.


> also weniger eine publikation zu "informations"zwecken als ein
> öffentliches *werkzeug zum denken*? (dient ein diskurs nicht letztendlich
> dazu, *denkprozesse* in gang zu setze, zu bereichern etc.?)
>
> eine art open content think tank... >;->

ich liebe think tanks, nur: furchtbar militärisch, furchtbar elitär. also 
vorsicht beim gebrauch dieser floskel. kann einem böse ausgelegt werden.


> (ich fände es auch schön, dabei formen zuzulassen, die nicht nur
> textbasiert sind).

eben. es muss möglichkeiten für fotobeiträge (fotostories) geben


> ich sehe ebenfalls eine legitimation für das projekt, wenn das "magazin"
> SELBST so etwas wie "netzkultur" (wie auch immer man das jetzt auffasst)
> IST. darüber hinaus s. voriger abschnitt, bitte um entschuldigung, falls
> ich dich damit ungewollt nur parafrasiert haben sollte (stammt aber aus
> meinen notizen).

anders gehts nicht :-)


SaB.->*