[netzmagazin] zentrales treffen @ transmediale, 1. februar

Armin Medosch armin at easynet.co.uk
Die Jan 20 10:52:48 CET 2004


hi,

ohne vorhergegangene mails zu zitieren, denn das wuerde sonst 
recht unuebersichtlich, ein paar punkte.

ort: ich bin fuer sonntag 1. februar, bootlab, 12 uhr

thematik netzkultur: ich denke eine netzkultur im engeren sinn gibt 
es gar nicht, bzw. dann diskutieren wir routing-probleme (wobei das 
natuerlich schon auch interessant ist). das sollte schon so ziemlich 
alles sein koennen, von netzpolitik hin bis zum studium der 
bedeutung emergenter systeme fuer die stadtentwicklung

form/inhalt: ich finde saschas vorschlag sehr gut, dass das format 
selbst ein experiment in angewandter netzkultur sein sollte. 

zwecks nutzwert und popularitaet faende ich es gut, wenn es eine 
starke filter- und aggregatorenfunktion haette, also das beste aus 
mailinglisten, anderen magazinen, blogs, veranstaltungshinweisen. 
das kann zum teil sehr automatisiert laufen, ueber rss/xml usw., 
zum teil braucht es natuerlich redaktionelle betreuung. aber auch da 
waere es gut, ein deutliches partizipatives element zu haben, das 
hiesse dass leser-schreiberinnen vorfiltern, slashdot-style. 

diese ebene der filterung und information waere zu begleiten durch 
die reflexive textliche ebene und auch da finde ich saschas vorschlag 
gut, maximalen publizistischen freiraum zu bieten und zugleich so 
etwas wie eine kollaborative plattform zur vernetzten 
diskursentwicklung. 

eine moeglichkeit hin zu diesem ziel (ist nur ein vorschlag, vielleicht 
gibts bessere ideen), dass sich diese ebene aus lauter 
persoenlichen blogs zusammensetzt. jede/r hat einen eigenen blog 
und kann dort ungestoert texte veroeffentlichen, wovon die 
aktuellsten auf der homepage gefaetured werden. CMS fuer weblogs 
wie moveable type erlauben kategorisierung nach mehr als einem 
stichwort, ich koennte also einen channel namens ArminMedosch 
haben und zugleich meine beitraege kategorien zuordenen wie 
wissenschaft, kunst, etc. damit ergaebe sich auch eine 
inhaltsgliederung, doch wie wir wissen sind diese kategorisierungen 
an sich schon ein problem.  (vielleicht braeuchte es eine kategorie 
'braindump' fuer emotionale ausbrueche, aehem...)

hab ich was vergessen? ach ja, einen namen braucht das ding, und 
wenn es gelingt einen prototyp ins laufen zu bringen, dann wuerde 
sich auch finanzierung auftreiben lassen

beste gruesse
armin



On 20 Jan 04, at 0:35, sascha brossmann wrote:

> -----BEGIN PGP SIGNED MESSAGE-----
> Hash: SHA1
> 
> Am 19.01.2004 um 20:04 schrieb sab:
> > eventuell sollte der begriff netz nicht zu selbstzentriert (ich meine: 
> > nicht nur auf das internet) verwendet/
> 
> ACK. ich verstehe darunter eigentlich auch etwas mehr als 'nur' 
> internet et al, wenngleich die implementierung einer im grunde dem 
> körper/der "natur" abgeguckten netzwerkstruktur auf maschinenbasis (die 
> erste neuzeitliche idee dahingehend übrigens afaik von einem 
> physiologen um ca. 1800) zumindest mediengeschichtlich/-theoretisch 
> schon ein paar besonderheiten hat, die ich für sich genommen schon 
> ausreichend interessant finde. zumindest plädiere ich aber dafür, den 
> kontext etwas weiter zu fassen.
> 
> > die wiki-plattform von sascha find ich gut (also weniger das 
> > stylische, entspricht nicht meinem empfinden von praktisch und gut).
> 
> nun ja, das ist ja auch quasi noch im exil auf meiner domain (du kannst 
> bei der verwendeten wiki-engine allerdings beliebige stylesheets 
> benutzen - wie's aussieht, steht jedem also letzten endes frei), 
> deswegen enstpricht das stylesheet auch (noch) aus meinem standard auf 
> der domain. ging einfach am schnellsten (den standard des wikis fand 
> ich unerträglich) muss aber nicht so bleiben.
> 
> > ein netzmagazin kann ich mir auch nur als wiki vorstellen.
> 
> ich würde lieber etwas breiter gefasst von 
> "kollaborativer/partizipativer plattform" sprechen, das hilft 
> vielleicht ein bisschen die fantasie anzukurbeln, man muss ja nicht 
> beim status quo verharren. wikis sind zwar in vielerlei hinsicht eine 
> wirklich tolle sache, und ihre einfachheit (wenn man mal von solchen 
> wollmilchsäuen wie twiki absieht) macht sie auch sehr robust und 
> relativ gut handhabbar. andererseits finde ich sie vom interface her 
> sehr konservativ, nur bedingt mediengerecht und bin überzeugt, dass da 
> einiges an potenzialen (stichworte z.b.: visualität/mapping, echtzeit, 
> interaktion) verborgen ist (wenn auch um den preis höherer komplexität 
> (des systems, nicht der benutzbarkeit hoffentlich!)), die einer 
> plattform für netzkultur meiner meinung nach sehr gut zu gesicht stehen 
> könnten. ich habe dazu auch ein paar ideen und würde diese (und 
> eure!!!) auch sehr gerne auf dem treffen diskutieren. weiss leider 
> nicht, ob ich es noch schaffe, die vor dem treffen ins netz zu stellen 
> - - momentan noch zu viel bleistift auf papier und noch mehr 
> ladungspotenziale etc. in meinem ganz privaten neuronalen netz (sic!) 
> ;-).
> 
> > was ich für absolut nicht realisierbar halte ist der wunsch nach einem 
> > magazin, daß seine autorInnen bezahlen kann.
> 
> die problematik sehe ich derzeit in der tat auch. vielleicht tun sich 
> im laufe der zeit noch finanzierungsquellen auf, ich gehe aber derzeit 
> auch erst einmal von einem nullbudget aus. auch wenn wir das eigentlich 
> vermeiden wollten. aber das kennt man ja schon... merdre! ;-(
> 
> daher auch eine frage an potenzielle autor/innen: wenn schon vermutlich 
> erst einmal für lau publizieren, welche rahmenbedingungen müssten dann 
> erfüllt sein? was könnte für euch ein honorar im weiteren sinn sein? 
> auf der diskussion auf der rohrpost fiel iirc auch mal so ungefähr das 
> stichwort "ungekürzte zweitverwertung" (lies "publizistische freiheit") 
> oder so ähnlich...
> 
> vielleicht könnte das interessante der sache auch weniger in einer 
> finanziell honorierten publikationsmöglichkeit an sich als in einem 
> kollaborativen austausch auf hohem niveau liegen. vielleicht eine zu - 
> äh - "akademische" idee?
> 
> also weniger eine publikation zu "informations"zwecken als ein 
> öffentliches *werkzeug zum denken*? (dient ein diskurs nicht 
> letztendlich dazu, *denkprozesse* in gang zu setze, zu bereichern 
> etc.?)
> 
> eine art open content think tank... >;->
> 
> (ich fände es auch schön, dabei formen zuzulassen, die nicht nur 
> textbasiert sind).
> 
> > sieht man das mag jedoch als ein knotenpunkt in dem 
> > netz-beziehungsgeflecht der beteiligten, dann könnte 
> > genreübergreifendes wissen geschaffen werden. und das wäre die ideale 
> > begründung für ein mag.
> 
> ich sehe ebenfalls eine legitimation für das projekt, wenn das 
> "magazin" SELBST so etwas wie "netzkultur" (wie auch immer man das 
> jetzt auffasst) IST. darüber hinaus s. voriger abschnitt, bitte um 
> entschuldigung, falls ich dich damit ungewollt nur parafrasiert haben 
> sollte (stammt aber aus meinen notizen).
> 
> herzliche grüsse
> 
> sascha
> 
> p.s.: ich freue mich sehr, zu sehen, dass die liste hier doch noch 
> nicht ganz den geist aufgegeben hat!
> -----BEGIN PGP SIGNATURE-----
> Version: GnuPG v1.2.4 (Darwin)
> 
> iEYEARECAAYFAkAMadQACgkQU/s4iC6lSaBvJQCgr9PtVagYznDOXmpcTq6CDu8v
> Y0cAoIav6a+AuEhKK7OJuYADk/s39rzm
> =b+ql
> -----END PGP SIGNATURE-----
> 
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