Re: [netzmagazin] Wiki-Schließung?

sascha brossmann brsma at gmx.net
Mit Mai 12 23:04:41 CEST 2004


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liebe heike, mesdames, messieurs,

> das ist nun wirklich nicht böse gemeint,

stop! niemand sollte sich für sachliche kritik entschuldigen müssen. es 
gibt allerdings hierzulande leider viel zu häufig die dämliche sitte, 
auseinandersetzungen - oder was man dafür hält - auf sachlicher ebene 
persönlich zu nehmen, ich hoffe, mich mit sowas hier nicht beschäftigen 
zu müssen. alos: nur zu! ;-)

> aber noch weniger als mit »Netzkultur«  kann man meiner Meinung nach 
> mit dem Sammelbegriff »Kultur und Technik«

oh, man muss das nicht unbedingt wörtlich nehmen, war auch eher als 
anregung gemeint, vielleicht nochmal über bestimmte begriffe zu 
sprechen, bevor man das kindchen endgültig begräbt (oder auch nicht).

mein grundgedanke ist hierbei folgender: es finden meiner wahrnehmung 
nach derzeit massive kulturelle (im weitesten sinn) umbrüche statt, die 
durch technologien mit bedingt werden - und umgekehrt. der damit 
zusammenhängende diskurs ist weder ein primär kultureller (im engeren 
sinn) noch ein primär technologischer, sondern eine mischform aus 
diesen und anderen komponenten. diese mischform ist - für mich - mit 
dem begriff "netzkultur" nur unzureichend beschrieben, auch wenn diese 
so wie sie - vermutlich - von vielen verstanden wird (*wie* eigentlich 
genau?) sicher einen nicht unwichtigen aspekt des ganzen darstellt. ich 
würde daher mittlerweile gerne andere begriffe benutzen, möglichst 
solche, die bisher etwas weniger besetzt sind und die es einem vor 
allem auch gestatten, gedanklich/inhaltlich etwas weiter zu gehen.

> Frage stellt sich ja für jeden einzelnen :: lohnt es sich für ein 
> Projekt Engagement aufzubringen, wenn der Kontext nicht dem 
> entspricht, wofür ich mich gerne engagieren würde?

ich fände es wichtig & wünschenswert, wenn der kontext so flexibel 
wäre, dass er auch mehrere unterschiedliche ansichten und ideen 
verträgt (ohne allerdings in beliebigkeit auszuarten).

ansonsten befürworte ich nach wie vor ein dezidiert iteratives 
herangehen an die ganze sache, da ich der meinung bin, dass sich viele 
dinge überhaupt erst *durch* einen (evolutionären) arbeitsprozess 
klären lassen und nicht a priori. gewähren sie mehr kybernetik, sire!

herzlichst

sascha

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