[rohrpost] ftd.de - Börsen brechen nach EZB-Zinsschritt ein

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Sat, 1 Sep 2001 17:50:47 +0200 (MET DST)


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B=F6rsen brechen nach EZB-Zinsschritt ein=20
Aus der FTD vom 31.8.2001=20

Trotz einer Zinssenkung der Europ=E4ischen Zentralbank (EZB) sind die=20
Aktienm=E4rkte am Donnerstag eingebrochen und unterschritten langj=E4hrig=
e Tiefst=E4nde.=20

Die EZB senkte ihren wichtigsten Leitzins um 0,25 Prozentpunkte auf=20
4,25 Prozent. Nach der an den Finanzm=E4rkten erwarteten Entscheidung gab=
 es=20
zun=E4chst an den europ=E4ischen Aktienb=F6rsen deutliche Verluste. Am Na=
chmittag=20
setzten die US-M=E4rkte sehr schwach ein. Ursache waren negative=20
Gewinnaussichten gro=DFer Unternehmen sowie schwache Konsumdaten. Der Dow=
-Jones-Index=20
fiel unter 10.000 Punkte.=20

Nach den schlechten US-Vorgaben beschleunigte sich der Kursverfall.=20
Am Neuen Markt verlor der Nemax-50-Index 5,5 Prozent und fiel=20
zwischenzeitlich erstmals unter 1000 Punkte. Der Deutsche Aktien-Index (D=
ax) sank um=20
2,7 Prozent und schloss mit 5162 Punkten auf dem tiefsten Stand seit=20
Oktober 1999.=20

Der Euro verlor nach der EZB-Entscheidung nur kurz, legte dann aber=20
im Zuge des Einbruchs an den US-Aktienm=E4rkten zu. Die Zinsen am=20
Kapitalmarkt gaben in Europa leicht nach.=20

EZB-Pr=E4sident Wim Duisenberg lehnte es am Donnerstag ab, die weiteren=20
Zinspl=E4ne der EZB zu pr=E4zisieren. Die Finanzm=E4rkte sind jedoch dara=
uf=20
eingestellt, dass weitere Schritte folgen werden. In den Kursen am Geldma=
rkt war=20
am Donnerstag eine Zinssenkung auf 3,5 Prozent bis zum Fr=FChjahr 2002 in=
=20
den Kursen vorweggenommen.=20

Negativer Konjunkturausblick verhagelte Stimmung=20

Dass die europ=E4ischen Aktien nicht positiver auf den Zinsschritt der=20
EZB reagierten, erkl=E4rten H=E4ndler mit dem negativen Konjunkturausblic=
k,=20
den die Notenbank gab. "Wir k=F6nnen nicht l=E4nger sagen, dass das=20
Wirtschaftswachstum in diesem Jahr das Potenzialwachstum erreichen wird, =
das bei 2 bis=20
2,5 Prozent liegt", r=E4umte der EZB-Pr=E4sident ein.=20

Niedrigere Zinsen wirken sich in der Regel positiv auf die=20
Aktienm=E4rkte aus, da die Zinsausgaben der Unternehmen sinken und der Ko=
nsum=20
stimuliert wird. Beides f=FChrt in der Regel zu h=F6heren Unternehmensgew=
innen.=20

Duisenberg verteidigte die EZB gegen den Vorwurf, die Auswirkungen=20
der Konjunkturabschw=E4chung in den USA lange Zeit untersch=E4tzt zu habe=
n.=20
Als sich nach den beiden ersten starken US-Zinssenkungen im Januar=20
Erwartungsdruck aufgebaut hatte, rechtfertigte Duisenberg am 1. Februar d=
ie=20
abwartende Haltung der EZB damit, dass die Euro-Zone ein gro=DFer Wirtsch=
aftsraum=20
mit relativ geringer au=DFenwirtschaftlicher Verflechtung sei: "Daher wir=
d=20
die Konjunktur des Euro-Raums haupts=E4chlich von binnenwirtschaftlichen=20
Faktoren getragen", lautete damals noch die Linie der EZB. "Ich glaube ni=
cht,=20
dass wir die Auswirkungen untersch=E4tzt haben", sagte Duisenberg. "Was w=
ir=20
untersch=E4tzt haben, war die L=E4nge und die Schwere des US-Abschwungs."=
=20

Mitverantwortung der Notenbanken=20

Der Internationale W=E4hrungsfonds (IWF) weist den Notenbanken in=20
seinem neuen Weltwirtschaftsausblick, der der Financial Times Deutschland=
 im=20
Entwurf vorliegt, eine Mitverantwortung an der Wirtschaftsabschw=E4chung =
zu.=20
Gr=FCnde f=FCr den Einbruch sehen die Experten auch in der Straffung der=20
Geldpolitik in den Jahren 1999 und 2000. Die US-Notenbank hatte zuletzt i=
m Mai=20
2000 die Leitzinsen erh=F6ht, die EZB im Oktober 2000. Sollte sich die=20
US-Volkswirtschaft schlechter entwickeln als erwartet, sei ein "tiefer un=
d langer=20
globaler Konjunkturabschwung" m=F6glich.=20

In den USA d=FCrfte sich das Wachstum nach Ansicht der IWF-=D6konomen von=
=20
1,5 Prozent in diesem auf 2,5 Prozent im n=E4chsten Jahr beschleunigen.=20
Damit w=FCrden die Vereinigten Staaten die Euro-Zone bereits wieder=20
=FCberfl=FCgeln, f=FCr die der Fonds Zuwachsraten von 2,0 und 2,4 Prozent=
 erwartet.=20
Schuld an dieser Entwicklung ist vor allem Deutschland, wo das Wachstum n=
ach=20
IWF-Sch=E4tzung mit 1,2 Prozent 2001 und 2,1 Prozent 2002 weiterhin=20
unterdurchschnittlich ausfallen wird.=20

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