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Die Jul 8 16:21:52 CEST 2003


... zur eroeffnung der ausstellung

ATC: THE TRAVELLING ARCHIVE *
Artist Trading Cards (ATC)

a collaborative cultural performance



project by m.vänçi stirnemann



am mittwoch, den 16. juli 2003, 20 h



with 130 international participants

mit 130 internationalen teilnehmerinnen & teilnehmern



die ausstellung kann von dienstag bis donnerstag

von 14 bis 18 h sowie nach vereinbarung

bis zum 4.september 2003 besichtigt werden.



exhibition 16.july – 4.september

tuesday to thursday from  2:00 pm - 6:00 pm and on request.



trading session am samstag, 6.september ab 14 uhr.

man kann selbstgemachte karten mitbringen und tauschen (format 64 x 89 mm)!



trading session 6.september

produce and trade your own cards: 64 x 89 mm!



wir danken der hoppe-ritter kunststiftung,

der landeshauptstadt stuttgart und

dem land baden-wuerttemberg.

--------
hanns-michael rupprechter
stuttgarter kunstverein e.v.
filderstrasse 34
D - 70180 stuttgart
++ 49 711 - 60 68 67




* um unklarheiten zu verhindern, einige kurze definitionen von m.vänçi
stirnemann zu den begriffen in diesem titel und in dem projekt.



Artist Trading Cards (ATC) steht für kleine karten im format 64 x 89 cm (2 ½
x 3 ½ inch). das format ist identisch mit den kommerziellen Trading Cards,
die in nordamerika eine lange tradition haben und verkauft, getauscht,
gesammelt und als wertvolle sammlerstücke wieder verkauft werden.


das projekt von m.vänçi stirnemann übernimmt von diesen karten das format
und die idee des tausches, nicht aber die idee der massenproduktion und des
verkaufs. die ATCs werden von den am tausch beteiligten selbst produziert
und nicht verkauft sondern getauscht. zum tausch steht die kreativität des
einzelnen in form von ATCs und persönlicher präsenz.



das „Artist“ vor den „Trading Cards“ wurde ursprünglich gewählt, um dieses
projekt von kommerziellen produktionen abzugrenzen und weil man das konzept
durchaus als eine „kunst-performance“ betrachten kann. der begriff „Artist“
ist aber in keinem sinne exklusiv gedacht: beteiligen an diesem tausch kann
sich jede und jeder, die selbst karten produzieren.



A Collaborative Cultural Performance : „collaborative“: ohne das
zusammentreffen verschiedener personen, die ATCs produzieren, ist der tausch
nicht möglich – die ganze performance ist getragen durch den austausch auf
vielen ebenen aller beteiligten. „performance“ steht hier für ein in zeit
und raum stattfindendes ereignis mit unbekanntem ziel und ausgang. „cultural
“ deutet an, dass es sich bei diesem projekt um einen versuch handelt, kunst
nicht in einem engen kunstbetriebsrahmen zu sehen sondern
grenzüberschreitend verschiedene bereiche des erfahrens einzubeziehen.

man muss also nicht künstler oder künstlerin sein, um sich an diesem projekt
zu beteiligen – es ist die kreativität jedes und jeder einzelnen, die eine
form findet im gegenseitigen austausch.



ATC Trading Session : die tauschtreffen sind das zentrale ereignis des
projekts. wer will kann ein treffen organisieren, wichtig ist nur, dass es
offen für alle interessierten ist. in europa, nordamerika und australien
haben seit 1997 viele solcher sessions stattgefunden, oft in regelmässigen
abständen. die beteiligung an solchen treffen ist je nach ort und
organisation sehr verschieden: von 2 bis über hundert personen hat schon
alles stattgefunden.



ATC Exhibitions : ausstellungen dienen, neben dem ästhetischen genuss, der
information über das projekt. zu jeder ausstellung wird eine trading session
veranstaltet. ob die leute an dem jeweiligen ort die trading sessions
weiterführen, hängt von ihrer eigenen initiative ab, ist aber bisher oft /
meistens geschehen. (so z.b. nach der ATC Biennale 2000, die in canada und
australien auf tour war.)



ATC editions : wie die ausstellungen sind auch die editionen in erster linie
dazu da, den kontakt auf internationaler ebene zu fördern und trading
sessions zu inspirieren. (bei copy-left und STC (sister trading cards) z.b.
sendet man ATCs ein und erhält eine edition zurück. copy-left hat bisher 303
editionen publiziert mit einer beteiligung von etwa 800 traderinnen und
tradern aus etwa 50 ländern.)



ATC Archive: the Travelling Exhibition : das ATC Archiv vereinigt ATCs von
teilnehmerinnen und teilnehmern, die ihre ATCs in ausstellungen zeigen
möchten (siehe Exhibitions). das Archiv sammelt diese ATCs und stellt,
gründend auf diesem wachsenden fundus, ausstellungen für orte zusammen, die
sich dafür interessieren. man kann ATCs jederzeit an das Archiv schicken –
sie werden in der jeweils nächsten ausstellung gezeigt.



Auswahl, Jury, Zensur : eine auswahl oder eine jurierung in bezug auf
qualität findet grundsätzlich nicht statt. alle sollen für sich  selbst
entscheiden, was sie oder er zum tausch anbieten. in editionen,
ausstellungen und auf der website werden allerdings ATCs mit sexistischem,
rassistischem oder faschistischem inhalt nicht akzeptiert.
bezeichnenderweise sind solche ATCs aber noch nie aufgetaucht – es scheint,
dass kreative menschen dieses bedürfnis wenig verspüren.



ATC website : www.artist-trading-cards.ch informiert über das projekt, neue
events, links zu anderen ATC sites und zeigt tausende von ATCs.