[rohrpost] KULTUR & GESPENSTER 2

Jan-Frederik Bandel janbandel at yahoo.de
Mit Nov 1 12:45:43 CET 2006


Da ist es also wieder, 400 Seiten stark diesmal,
verdammt gelb und randvoll mit Texten und Bildern:

KULTUR & GESPENSTER 2
Textem-Verlag, ISBN: 3-938801-12-3
400 Seiten, 12 Euro

...ist soeben erschienen! Schwerpunktthema ist diesmal
- vorbereitet durch das Hubert-Fichte-Dossier des
Sommerheftes - das Interview als Form: "UNTER VIER
AUGEN". Dazu gibt es Texte von Jan-Frederik BANDEL
über das fünfte und das sechste Ohr, Tim TRZASKALIK
über Hubert Fichte, Jean Genet, Bandspulen und die
Kunst, mit einem anderen als der Mutter zu sprechen,
Kathrin RÖGGLA über merkwürdige Begegnungen mit der
eignen Stimme und die Ästhetik des literarischen
Gesprächs, Christine IVANOVIC über Kathrin Rögglas
"really ground zero", Katastrophen und Gespräche,
Karin KRAUTHAUSEN über Rögglas Roman "wir schlafen
nicht" und das konjunktivische Interview, Peter RIEDEL
über Alexander Kluges "fake interviews", Herbert HOLL
über Worttaschen und eine "entrevue" zwischen Claudia
Schmölders und Alexander Kluge, Alexander
SCHIMMELBUSCH über Thomas Bernhards
Interviewstrategien bzw. die Kunst, sich nicht
vereinnahmen zu lassen, Gerd SCHÄFER über Gespräch,
Roman und den Widerstand der Sprache bei Philip Roth
und William Gaddis.

Auch Interviews finden sich natürlich im Dossier:
Werner WÖGERBAUER fragt Thomas BERNHARD nach seinen
geistigen Zielsetzungen und lyrischen Anfängen und
bekommt entsprechenden Bescheid, und Hubert WINKELS
erzählt im Gespräch mit Anne SCHÜLKE über seine
Abneigung gegen das Interview, über Röggla, Fichte und
Rainald Goetz. Außerdem stellt Birgit SCHLIEPS
Interviews zwischen diversen Häusern vor, und Gudny
GUDMUNDSDOTTIR präsentiert völlig neuartige
Aufnahmegeräte. Rundum bebildert wird das Ganze von
keinem Geringeren als Alexander HOEPFNER.

Und da uns das natürlich noch längst nicht reicht,
finden sich drum herum Anmerkungen, Interventionen,
Abschweifungen zu allen Fragen der Welt.

Man nehme nur den Essayteil: Jörg SCHRÖDER und Barbara
KALENDER erinnern sich an ihren Versuch, Jan Philipp
Reemtsma zu erschrecken, und präsentieren
schockierendes Fotomaterial, Mathias BRANDSTÄDTER
verteidigt Bernward Vesper wider seine Freunde und
Feinde, Lasse Ole HEMPEL erinnert an den jüngst
verstorbenen Autor Hans-Christian Kirsch, der nicht
nur ungemein viel, sondern auch den wohl ersten
deutschen Beatroman geschrieben hat, Thomas von
STEINAECKER bewundert Karlheinz Stockhausens Ohr, und
Dieter WENK widmet sich der Dialektik des Kalauers im
Behandlungszimmer des Jacques Lacan.

In unserer Kunstabteilung gibt es exklusives
Farbmaterial des genialischen Gernot FABER zu sehen,
Künstler diskutieren über das Künstlerbild, und Oliver
ROSS und Pierangelo MASET verkünden hinreichend
Programmatisches über subjektive Kunst und den Verlust
des Randes. Auch über Comics, die man bekanntlich nur
mit Nietzsche lesen kann, gibt es einiges zu erfahren:
Ole FRAHM erzählt im Gespräch mit Jan-Frederik BANDEL
Anekdoten aus der Geschichte der Comicforschung und
denkt nach über die Schwierigkeiten von
Wissenschaftlern und Kritikern, auf den Punkt zu
kommen, wenn es um Comics geht. Das lässt sich auch im
ergänzenden Gesprächsdokument aus der Vorzeit der
Arbeitsstelle für Graphische Literatur nachlesen, das
gleichzeitig an die untergegangene Kultur autonomer
Seminare erinnert. Bebildert wird das "Böse und seine
Verzeihung" von Markus HUBER, Leo LEOWALD und Betie
PANKOKE, die auch den diesmaligen Comic gestaltet hat.
Nach Sascha Hommers Strip über männliche Sozialisation
im ersten Heft geht es diesmal um die Expansion
weiblicher Problemzonen und deren effektive
Eindämmung.

Zu allem Glück haben wir aber auch noch zwei neue
Rubriken erfunden: In der Sparte "Die Verstellung"
findet sich eine Modestrecke von Sabine FEICHTNER und
Justin WINZ, und in der neuen Lästerecke "Das Geistige
Tierreich" dokumentieren wir keineswegs nur aus
allenfalls gegebenem Anlass eine wunderbare Polemik
wider die deutsche Nachkriegsliteratur von Robert
NEUMANN aus dem Jahr 1966 und einen Vortrag von
Jan-Frederik BANDEL über das Unvermögen Alfred
Anderschs, das Vermögen Arno Schmidts und die
Schwierigkeiten deutscher Nachkriegsliteraten mit der
"Gewissensforschung".

Außerdem gibt es natürlich wieder einen Reiseteil,
diesmal von Mathias DEUTSCH, und ungezählte
Rezensionen und Marginalien von Jens ASTHOFF, Mario
FUHSE, Nora SDUN, Karolin MEUNIER, Max HINDERER,
Martin BECK, Marc DEGENS, Jens KIEFER, Dieter WENK,
Thomas GANN, Ralf SCHULTE, Carsten KLOOK, Ole 
FRAHM, Enno STAHL, Leena EILITTÄ, Jan-Frederik BANDEL,
Anna ECHTERHÖLTER und Thomas RAAB. Nur das Editorial
muss sich der geneigte Leser diesmal selbst schreiben.
Wir stellen nur die Linien zur Verfügung. Haftung wird
nicht übernommen.

Das alles bringt einen locker ins neue Jahr - und zwar
für gerade eben 12 Euro. Zu beziehen über den
Buchhandel oder direkt über unsere Webseite
http://www.kulturgespenster.de - man kann es natürlich
auch kurzerhand abonnieren, dann zahlt man 40 Euro
bzw., wenn man zu viel Geld hat, auch 60 Euro - und
gehört damit zu den Ersten, die im Januar 2007 auch
das dritte Heft erhalten, in dem es um Dokumentarismus
und die Inszenierungen des "Authentischen" gehen wird.
Bis dahin ist noch viel Zeit, um Heft Nummer 2
auszulesen.

*
 
"Allein Emphase und Anspruch scheinen Konzept zu sein;
die Startausgabe von 'Kultur & Gespenster' ist auf
über zweihundertfünfzig Seiten eine weit ausgreifende
Einladung zum Studieren, Blättern und Entdecken. ...
Man kann blätternd assoziieren, darf auf den schön
gesetzten Seiten in Fußnoten schmökern, und wenn einem
danach zumute ist - der Seitenspiegel ruft danach -
schlaue Anstreichungen machen. Hoffentlich kann
'Kultur & Gespenster' sich mit diesem Angebot
angemessen hingebungsvolle Leser erobern."
(Frankfurter Rundschau)
 
"Es geht hier nicht um modisch halblustige
Betrachtungen einer weiteren Literatur- oder
Essay-Zeitschrift für den schnelllebigen, hippen
Zeitgeist-Markt, sondern um ein durchaus eigensinniges
Projekt." (Der Standard)
 
"Hier werden richtig dicke Bretter gebohrt, ohne Angst
vor Theorie, der 'Kulturneigungsgruppe mit forciertem
Gestaltungswillen' geht es ums 'Sammeln, Gruppieren,
Registrieren und Befragen', also eine Form von
anarchistischem Enzyklopädismus, der in der ersten
Nummer schon recht gut gelingt." (Tagesspiegel)
 
"Trotz der physischen Schwere (256 Seiten) zeichnet
sich das nun vierteljährig herausgegebene Kulturformat
besonders durch seine Zugänglichkeit aus. Obschon dem
Rahmen angemessen theorieschwer, sind die Texte oft
überraschend und angenehm versponnen. Literatur wird
sich gerne auch literarisch genähert, oft essayistisch
und ungezwungen wissenschaftlich." (De:Bug)
 
"Neben der Mainzer 'Testcard', die sich vorrangig der
Musik widmet, könnte 'Kultur & Gespenster' im Bereich
literarisch-bildkünstlerisch motivierter
Kulturwissenschaft eine Lücke ausfüllen." (junge Welt)
 
"Es ist mehr als eine Zeitung, es ist weniger als ein
Buch, es ist hochinteressant." (Deutschlandfunk)
 
*
 
"NEVER MIND THE RUNNING SYSTEM"
 
"Kultur & Gespenster" Releaseparty
7. November 2006, 20 Uhr
Kunst- & Kulturverein Linda, Hein-Hoyer-Straße 13,
Hamburg St. Pauli
 
"Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut. In allen
Lüften hallt es wie Geschrei." Einen Audioguide gibt
es aber nicht, um den traurigen Anblick monadenhaft
aneinander vorbeiirrender Gäste mit Kopfhörern auf den
Ohren zu vermeiden, auch Soundlampen haben wir nicht
im Programm, genauso wenig wie Lesebrillen und
Keilkissen. 
 
*
 
me love to entertain thee

 
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KULTUR & GESPENSTER
Textem Verlag
Postfach 306341
20329 Hamburg
 
http://www.kulturgespenster.de
 


		
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