[rohrpost] armin.medosch@eleonore

Franz Xaver fx at halfbit.org
Fre Aug 20 09:35:40 CEST 2010



HORIZON 2010 - Ein Projekt der Stadtwerkstatt Linz
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-------------------> Armin Medosch AT eleonore
-------------------> heute 20.8. bei Scho:nwetter freies Seminar
-------------------> auf der Eleonore - Beginn 17:30
-------------------> Anmeldung erwu:nscht
-------------------> Presseinformationen auf mail-Anfrage

Die Eleonore ein Schiff fu:r Kunst und Kultur im Linzer Winterhafen
.....La:nge-- 20 m
.....Breite--  6 m
.....Gewicht- 40 t

-------------> http://stroem.ung.at

Aktueller Research Blog
Teil 2
http://www.thenextlayer.org/node/1342
Teil 1
http://www.thenextlayer.org/node/1335

Zur Zeit ist Ku:nstler, Autor und Kurator Armin Medosch zu Gast auf der
Eleonore

Mit seinem PhD-Projekt "Moves in Media Art" erforscht Armin Medosch die
Zusammenha:nge zwischen techno-o:konomischem und ku:nstlerischem
Paradigmenwechsel. Im Mittelpunkt steht dabei die Entwicklung der
Netzwerkgesellschaft aus der Nachkriegs-Matrix hochentwickelter
Industriegesellschaften mit fortschreitender Automation und immer
dichteren Mediennetzwerken. Die in diesen Netzwerken zirkulierende
"Information" wurde in der Hochzeit des sogenannten Fordismus als
notwendiges "Feedback" konzeptualisiert, das der Erlangung einer
makroo:konomischen Balance zwischen Produktion und Konsumation diente. U:ber
mehrere Jahtzehnte entstand daraus die Netzwerkgesellschaft, die auf
globalisierten Just-in-Time Produktionsketten beruht, gesteuert durch
zunehmend sich autonomisierende Finanzma:rkte. Dieses System ist in eine
gesamtgesellschaftliche Krise geraten, aus der derzeit noch kein Ausweg
abzusehen ist. Deshalb ist es notwendig, die materiellen und ideologischen
Fundamente der Informationsgesellschaft einer kritischen U:berpr├╝fung zu
unterziehen. Die Informationsgesellschaft wurde lange Zeit als eine Art
Heilslehre gepredigt, die Informations- und Kommunikationstechnologien
wu:rden alle Krisen und Probleme der industriellen Massengesellschaft
lo:sen. Dabei wurden der Information fantastische Potenziale und
u:bernau:rliche Kra:fte zugeschrieben.

Die Reihe der "artists in residence" mit dem Titel "Horizonte" auf dem
Messschiff Eleonore bietet eine ideale Gelegenheit, sich den ideologischen
Geflechten der neoliberalen Informationsgesellschaft zu entziehen. Das
Schiff als ein Kreislauf bestehend aus verschiedenen Elementen - Menschen,
Tiere, Pflanzen, Technologien, Wetter - erlaubt es, das eigene Dasein auf
dieser schwimmenden Insel aus einem systemtorientiertem Ansatz heraus zu
reflektieren. Was geht hinein, was geht hinaus? Welche Informationen,
Formen des Wissens, Rohstoffe, Abfa:lle? Durch die Beobachtung der Umwelt
mit den eigenen, natu:rlichen Sinnen, aber auch durch die Arbeit mit
ku:nstlichen Erweiterungen der Sinnesorgane wie Kurzwellenradio und andere
drahtlose Technologien, sowie durch Messreihen durchgefu:hrt u.a. auf einer
Boje in der Donau, entsteht eine erh:hte Sensibilit├Ąt u:r die
Verschra:nkungen zwischen der zumindest potenzial autonomen Eleonore und
dem gesellschaftlichen System und dem von diesen gefo:rderten
Verhaltensweisen. Aus diesen Beobachtungen und Reflektionen entstehen
Perspektiven fu:r die Erneuerung ku:nstlerisch-technologischer Praxis
jenseits des Kunstmarktes und der Spektakelkultur der Festivals.

Die Veranstaltung am Freitag dem 20.8.2010 um 17.30 versteht sich als Form
der selbst-organisierten Pa:dagogik. Interessierte sind eingeladen, bei
hoffentlich gutem Wetter auf dem Deck der Eleonore zu einem freien Seminar
zusammengekommen. Ein kurzes Impulsreferat stellt das Konzept der
"Technopolitiken" vor und zeigt auf, inwiefern sich das Projekt Eleonore
dazu verha:lt, bzw. eine Alternative entwickelt. Daraufhin wird zur
gemeinsamen Diskussion eingeladen, in der alternative, kreative, soziale
und ku:nstlerische Technopraktiken im Zentrum stehen, die auf eine
U:berwindung des informationellen, netzwerkgestu:tzen Finanzkapitalismus
zielen.

Armin Medosch ist Autor, Medienku:nstler und Kurator mit Wohnsitz in Wien
und London. Von 1996 bis 2002 Gru:ndungsredakteur des Online-Magazins
Telepolis; erhielt f├╝r seine Arbeit den euroa:ischen Preis f├╝r
investigativen Online-Journalismus und den Grimme Online Award.
Herausgeber von "Netzpiraten" (2001), gemeinsam mit Janko Ro:ttgers, und
Autor von "Freie Netze" (2004). Nach 2002 Lehrta:tigkeit (Ravensbourne
College, London), ku:nstlerische und kuratorische Ta:tigkeit, u.a.
Ausstellung Waves (Riga 2006, Dortmund 2008) und Goodbye Privacy,
Themen-Konferenz, Ars Electronica 2007. Derzeit Forschung zum Thema der
Geschichte der Medienkunst im Rahmen eines PhDs im Fachbereich Kunst und
Computer, Goldsmiths, London.



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