[rohrpost] CHALLENGES OF DIGITAL ART FOR OUR SOCIETIES – Internationale Konferenz

Oliver Grau Oliver.Grau at donau-uni.ac.at
Don Nov 12 16:58:51 CET 2015


CHALLENGES OF DIGITAL ART FOR OUR SOCIETIES – Internationale
Konferenz
MUMOK - Museum moderner Kunst Wien, 4. Dezember 2015

Welche Museen braucht die (digitale) Kunst unserer Zeit?

Digitale Technologien und Digitale Kunst haben unsere Wahrnehmung und
Interaktion mit Bildern grundlegend verändert. Die internationale Tagung
„Challenges of Digital Art for our Societies“ greift diesen Wandel des
Ausdrucksvermögens zeitgenössischer Medienkunst auf. Auf mittlerweile
200 Biennalen und über 100 gut besuchten Medienkunstfestivals
thematisieren renommierte Medienkünstler mit zahlreich ausgezeichneten
Werken unser sich veränderndes Weltbild zu zentralen gesellschaftlichen
Themen wie Klimawandel, Bild- und Medien (R-)evolution, Globalisierung,
Zukunft der Körper und Überwachungsgesellschaft bis hin zur
Virtualisierung der Finanzmärkte. Gesellschaftlich und kulturell
brisante Fragen unserer Zeit werden in herausragenden Kunstwerken
thematisiert und doch gelangen diese aufgrund der Speicherproblematik
und der technisch noch inadäquaten Strukturen der Museen und Archive
unserer Gesellschaft nicht in die Sammlungen.

Derzeit geht diese zentrale Kunst unserer Zeit vollständig verloren, da
der Museumssektor bislang nicht in die Lage versetzt wurde, seinem
gesetzlichen Auftrag zur Sammlung, Erforschung und Erschließung der
zeitgenössischen Medienkunst nachzukommen. Die Ausblendung der
Medienkunst und ihrer Themen aus dem öffentlich finanzierten
Museumssektor führt mittlerweile – so die Forschung – zu einer
demokratiepolitischen Problematik, der entgegengewirkt werden sollte.

Die Wissenschaft ist herausgefordert, die digitalen Kunstwerke zu
dokumentieren und zu analysieren und Lösungsvorschläge für dieses
zentrale Dilemma der Kunstpolitik unserer Zeit zu unterbreiten: Auf
diese allgemeine Dringlichkeit einer besseren Erhaltung, Archivierung
und internationalen Erforschung von Medienkunst wird in der u.a. von
Prof. Grau mitinitiierten „Liverpool Erklärung“ hingewiesen, die
bislang von 500 WissenschaftlerInnen und MuseumsdirektorInnen aus über
40 Ländern unterzeichnet wurde
(http://www.mediaarthistory.org/declaration). Hier setzt die
Konferenz an. Insbesondere die Neuausrichtung der Ausbildung zukünftiger
Kuratoren und Archivare im Kunstbereich sowie die Schaffung von
nachhaltigen Forschungsinfrastrukturen für Medienkunst werden
fokussiert. Die Forschungen der Wissenschaftler im Bereich der Digital
Humanities spielen hierfür eine zentrale Rolle.

International ausgewiesene Medienkunstexperten - Prof. Dr. Lev MANOVICH
(New York CityU), Prof. Dr. Sean CUBITT (Goldsmiths), Prof. Dr.
Christiane PAUL (New School New York, Whitney Museum) und Prof. Dr.
Oliver GRAU (Donau Universität) - diskutieren am 4. Dezember 2015 von
13-19 Uhr im MUMOK - Museum moderner Kunst Wien (Museumsplatz 1, 1070
Wien) Lösungsmöglichkeiten und Verbesserungsstrategien.


PROGRAMM

13:00 		
Begrüßung und Eröffnung

13:15-14:15  	
Univ.-Prof. Dr. Christiane PAUL (New School NY, Whitney Museum NY):  
>From Archives to Collections: Digital Art in/out of Institutions

14:15-15:15 	
Univ.-Prof. Dr. Lev MANOVICH (City University of New York, CUNY):  
Archiving and analyzing digital art the scale of big data

15:15-15:45 – PAUSE

15:45-16:45 	
Univ.-Prof. Dr. Sean CUBITT (Department of Media and Communications,
Goldsmiths, London): 
Aesthetics and Anaesthetics: Eudaimonism and Melancholia in the
Archive

16:45-17:45 	
Univ.-Prof. Dr. Oliver GRAU, MEA (Department für Bildwissenschaften,
Donau Universität): 
Political Iconography of Digital Arts, it's Archive and a Museum
Infrastructure for the 21 Century

17:45-18:30 	
Diskussion

Ab 18:30 	Wein & Co.


VORTRAGENDE

Lev MANOVICH ist Professor am CUNY Graduate Center, USA, Direktor der
Software Studies Initiative am California Institute for
Telecommunications and Information Technology (http://manovich.net/). Er
ist Autor von Soft Cinema: Navigating the Database (MIT Press, 2005) und
Software Takes Command (Bloomsbury, 2013). Sein bereits legendäres Buch
The Language of New Media (2001) erhielt über 50 Rezensionen in der
Fachpresse und platziert die Neuen Medien „in der ansprechendsten und
weitreichendsten Medienhistorie seit Marschall McLuhan“ (Telepolis).
Aktuell beschäftigt er sich u.a. mit Visualisierungen von Big Data zu
Forschungszwecken. Er stand auf der Liste "50 Most Interesting People
Building the Future" (2014). 

Sean CUBITT ist Professor für Film und Television am Goldsmiths,
Universität London; Fellow an der University Melbourne und
Honorarprofessor Professor an der University Dundee. Seine Publikationen
umfassen Videography: Video Media as Art and Culture (Palgrave, 1993),
Timeshift: On Video Culture (Routledge, 2003), Simulation and Social
Theory (SAGE, 2001), The Cinema Effect (MIT Press, 2005), EcoMedia
(Rodopi, 2005), Digital Aesthetics (Sage, 2009) und The Practice of
Light: A Genealogy of Visual Technology from Prints to Pixels (MIT
Press, 2014). Er forscht zur Geschichte und Philosophie visueller
Technologien, Medienkunstgeschichte und Ökokritik und Mediation und ist
ein weltweit renommierter Vortragender, der sich umfassend mit der
Vernetzbarkeit digitaler Archive befasst.

Christiane PAUL (Whitney Museum, New School, NY) ist international wohl
die bedeutendste Kuratorin von Medienkunst der Gegenwart,. Seit den
1990er Jahren hat sie zahllose Ausstellungen entwickelt, jüngst: INDAF
Digital Art Festival (Inchon, South Korea, 2009), Eduardo Kac: Biotopes
(Rio de Janeiro, 2010), Cory Arcangel: Pro Tools (New York, 2011), The
Public Private (Kellen Gallery, The New School, 2013) und Scalable
Relations (California, 2009). Paul ist Professorin an der New School, NY
und leitet das „Media Studies Graduate Program“. Standardwerke der
Medienkunst sind ihre Bücher Digital Art (Thames & Hudson, verb. und
durchges. Ausgabe 2015) und Context Providers: Conditions of Meaning in
Media Arts (Intellect, 2011).

Oliver GRAU ist Inhaber des ersten Lehrstuhls für Bildwissenschaften im
deutschen Sprachraum an der Donau-Universität. Sein Buch Virtual Art:
>From Illusion to Immersion (MIT Press, 2003) ist das international
meistzitierte Werk der jüngeren Kunstgeschichte. Er ist Editor von
Mediale Emotionen (Fischer, 2005), MediaArtHistories (MIT Press, 2007)
und Imagery in the 21st Century (MIT Press 2011). Grau ist Mitglied der
Academia Europaea, wurde in 14 Sprachen übersetzt und zu über 290
Vorträgen und Keynotes auf allen Kontinenten eingeladen. Seine
Forschungsschwerpunkte konzentrieren sich auf die Geschichte und Theorie
von Medienkunst, Immersion und Emotionen sowie auf die Geschichte, Idee
und Kultur von Telepresence und Artificial Life sowie seit 15 Jahren die
Entwicklung der Digital Humanities (Archive of Digital Art, GGSG Online
u..a). Er entwickelte neue internationale Studienprogramme wie das
Erasmus Mundus Joint Master of Excellence Degree-Programm
MediaArtsCultures MA, das Masterprogramm MediaArtHistories MA, Image
Science MA u.a.

Donau-Universität Krems, Zentrum für Bildwissenschaften –
www.donau-uni.ac.at/dbw 
ADA – Archive of Digital Art – www.digitalartarchive.at